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„A Ciambra“ von Jonas Carpignano

Die Jurymitglieder Renate Wurm, Sarah Franzosini und Carlos Gerstenhauer begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen:

„A Ciambra ist ein außergewöhnliches Erlebnis, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und den Verlust der Unschuld.

Realisiert auf einem schmalen Grat zwischen Fiktion und Dokumentation zeigt es so authentisch wie eindringlich einen menschlichen Kosmos an den Rand gedrängter Existenzen, aus dem der 14jährige Roma Pio herausragt.

Regisseur Jonas Carpignano schaut sprichwörtlich über den Zaun und stellt moralischen Fragen, denen wir in der Aktualität oft genug auszuweichen versuchen.

Mit Respekt und Würde zeigt er die Ausgegrenzten in Gioia Tauro und wir lernen ihre Hoffnungen, Ängste und Träume verstehen, wie es nur dem Kino gelingt.“

Der Preis des Landes Südtirol für den besten Spielfilm geht an
A CIAMBRA von Jonas Carpignano

„Wildes Herz“ von Charly Hübner

Die Jurymitglieder Daniela Cecchin, Nela Märki und Klaus Schaefer begründeten ihre Entscheidung wie folgt:

Charly Hübner und Sebastian Schultz greifen in ihrem Dokumentarfilm „Wildes Herz“ das Lebensgefühl und die Verunsicherung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auf, die mit dem Gefühl des Abgehängtseins und mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu kämpfen haben. Mit großem Einfühlungsvermögen folgen sie dem Frontsänger der Band „FEINE SAHNE FISCHFILET“ vom hyperaktiven Kind über den radikalen Fußball-Ultra zum aktiven Antifaschisten und Wahlkämpfer gegen Neonazis und Rassisten. Die gelungene Montage führt uns ins Innerste des Lebens und des Denkens des Protagonisten. Dem gegenüber stellt der Film die Gefühlswelt der Eltern, die unter diesem rebellischen Sohn gelitten haben, aber nie aufhörten, ihn zu lieben. Entstanden ist ein Film, der mit einer durchdachten Kameraarbeit und einem konsequenten dramaturgischen Gesamtkonzept den Zuschauer berührt und bewegt. Bei allem Realitätssinn lässt er uns die Hoffnung, dass sich rassistische Tendenzen durch mutiges Bürgerengagement langfristig doch überwinden lassen.

Publikumspreis der Stadt Bozen

Das Publikum entschied sich für: „Mario“ von Marcel Gisler

„Es war einmal Indianerland “ von Ilker Catak

Die Schülerjury Irene Fellin, Rocco Ruperti und Giorgio Torta (Trentino), Tobias Gruber, Julia Weiss und Thomas Tschenett (Südtirol) begründete ihre Entscheidung folgendermaßen:

Wir, als Schülerjury, wollen einem Film den Preis geben, der durch seine gewagte Machart im Stande war, durch Übertreibung auf allen Ebenen und durch seinen schnellen Rhythmus zu überzeugen. Wir hatten den Eindruck, dass es der Film durch Surrealität in Handlung und Form – die perfekt aufeinander abgestimmt waren – geschafft hat, jugendliche Lebensgefühle zu vermitteln. Obwohl in manchen Punkten etwas übertrieben wurde, ist es dem Film gelungen seine Botschaft deutlich zu machen. Unser Siegerfilm behandelt eigentlich tragische Ereignisse und Erfahrungen auf eine für Jugendliche nachvollziehbare, witzige, fast groteske Art. So hat der Film unsere ungebrochene Aufmerksamkeit gewonnen. Wahrscheinlich auch dem Faktum geschuldet, dass der Film jugendliche Protagonisten mit überspitzten Problemen zeigt, die im Grunde auf jeden von uns jungen Menschen zutreffen. Der Preis, den die Schülerjury zu vergeben hat geht daher an… „Es war einmal Indianerland“.